Gemeinsam vor Ort

Beate Müller-Gemmeke und Michael Donth begleiten ERMSTALHILFT in die Südukraine · Oktober 2023

Delegationsreise / Politische Begleitung

Fünf Tage zwischen humanitärer Hilfe, Zerstörung und gelebter Partnerschaft

Delegation von ERMSTALHILFT am Mykolaiv Community Shelter
ERMSTALHILFT mit Beate Müller-Gemmeke und Michael Donth am von Action Medeor und IBC unterstützten Community Shelter in Mykolajiw.

Im Oktober 2023 begleiteten die Bundestagsabgeordneten Beate Müller-Gemmeke und Michael Donth eine Delegation von ERMSTALHILFT in die Südukraine. Was als politische Informationsreise begann, wurde zu einer unmittelbaren Begegnung mit Menschen, die unter Kriegsbedingungen Schulen, Krankenhäuser, Feuerwehren, Verwaltungen und Hilfsstrukturen am Laufen halten.

Fünf Tage lang führte die Reise über die Republik Moldau nach Mykolajiw, Perwomaisk und Odessa sowie nach Arzys, Sarata und Tarutino in Bessarabien. Wegen der Sicherheitslage wurden Namen und Reiseroute im Vorfeld nicht öffentlich genannt. Vor Ort ging es nicht um einen repräsentativen Fototermin, sondern um konkrete Fragen: Welche Hilfe kommt an? Was fehlt? Welche kommunalen und humanitären Strukturen müssen dauerhaft gestärkt werden?

Gemeinsam über Parteigrenzen hinweg

Beate Müller-Gemmeke und Michael Donth vertraten unterschiedliche Parteien, setzten mit der gemeinsamen Reise aber ein bewusstes Signal: Die Unterstützung der Ukraine und die Hilfe für die Zivilbevölkerung sind eine gemeinsame demokratische Aufgabe. Beide wollten die Situation nicht nur aus Berichten kennen, sondern mit eigenen Augen sehen und mit den Verantwortlichen sprechen.

Michael Donth und Beate Müller-Gemmeke mit ukrainischen Partnern
Begegnung mit ukrainischen Partnern am Community Shelter.
Beate Müller-Gemmeke und Michael Donth vor einem ERMSTALHILFT-Fahrzeug
Gemeinsam unterwegs vor einem ERMSTALHILFT-Fahrzeug.

Mykolajiw: Schutz, Versorgung und direkte Hilfe

In Mykolajiw besuchte die Gruppe das Community Shelter, das von Action Medeor und IBC unterstützt wird. Die Einrichtung schafft Schutz und Versorgung für Menschen, deren Alltag von Angriffen, beschädigter Infrastruktur und Unsicherheit geprägt ist. Die Delegation sprach mit den Verantwortlichen über Organisation, medizinische und soziale Bedarfe und die Zusammenarbeit mit internationalen Partnern.

Weitere Stationen führten zu medizinischen Einrichtungen und Verteilstellen. Hier wurde sichtbar, wie Hilfsgüter aus dem Ermstal übernommen und weitergegeben werden. Zu diesem Zeitpunkt hatte ERMSTALHILFT bereits rund 140 Tonnen Hilfsgüter in die Regionen Odessa und Mykolajiw gebracht. Persönliche Kontakte und dokumentierte Übergaben waren entscheidend, damit die Unterstützung zielgerichtet ankam.

Delegation im Community Shelter Mykolajiw
Rundgang und Gespräche im Community Shelter.
Entladung von Hilfsgütern aus einem Transporter
Hilfsgüter werden direkt aus dem Transportfahrzeug übernommen.
Delegation vor einer medizinischen Einrichtung
Mit Partnern vor einer medizinischen Einrichtung.
Delegation mit Mitarbeitenden eines Krankenhauses
Gespräch über medizinische Versorgung unter Kriegsbedingungen.

Schule im Krieg: Unterricht, Schutzräume und Zukunft

Besonders eindrücklich waren die Begegnungen mit Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften. Unterricht musste trotz Luftalarm, Schutzraumpflicht und ständiger Bedrohung organisiert werden. Die Kinder überreichten selbst gestaltete Arbeiten; die Gespräche machten deutlich, dass Schulmaterial, sichere Räume und verlässliche Transportmöglichkeiten ebenso wichtig sind wie die Hoffnung, nicht vergessen zu werden.

Delegation mit Schülerinnen Schülern und Lehrkräften
Begegnung mit Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften.
Große Gruppe vor einer ukrainischen Schule
Die Schule als Ort von Bildung, Schutz und Gemeinschaft.

Zerstörung aus unmittelbarer Nähe

Die Reise führte auch an schwer beschädigte Gebäude und zu in Mykolajiw ausgestellten zerstörten russischen Militärfahrzeugen. Solche Orte machten das Ausmaß des Krieges unmittelbar sichtbar. Michael Donth trug bei Teilen der Reise eine Schutzweste. Die Bilder stehen nicht für Abenteuer, sondern für die reale Gefährdung, unter der die Menschen vor Ort täglich leben.

Michael Donth vor einem schwer zerstörten Gebäude
Michael Donth vor einem durch den Krieg schwer zerstörten Gebäude.
Michael Donth mit Schutzweste in Mykolajiw
Michael Donth mit Schutzweste im Einsatzgebiet.
Delegation vor zerstörten russischen Militärfahrzeugen
Die Delegation vor zerstörten russischen Militärfahrzeugen.
Michael Donth und Delegation vor zerstörten Militärfahrzeugen
Ein sichtbares Zeugnis der Kämpfe um Mykolajiw.

Kommunale Partner und deutsches Honorarkonsulat

In Verwaltungen und bei offiziellen Gesprächsrunden ging es um langfristige Zusammenarbeit: medizinische Ausstattung, Schulen und Schulbusse, kommunale Fahrzeuge, Wiederaufbau und belastbare Transportwege. Die Gruppe besuchte außerdem das deutsche Honorarkonsulat. Diese Termine ergänzten die praktischen Projektbesuche und halfen, Bedarfe politisch und institutionell einzuordnen.

Politische und kommunale Gesprächsrunde
Arbeitsgespräch mit kommunalen und politischen Verantwortlichen.
Delegation vor dem deutschen Honorarkonsulat
Die Reisegruppe vor dem deutschen Honorarkonsulat.
Delegation vor einem ukrainischen Verwaltungsgebäude
Treffen mit örtlichen Ansprechpartnern.
Große offizielle Gesprächsrunde
Austausch über die weitere Unterstützung.

Tarutino: Feuerwehr, Anerkennung und Partnerschaft

Tarutino – heute Bessarabske – war eine wichtige Station der Reise. Bei der Feuerwehr traf die Delegation Einsatzkräfte, die unter schwierigen Bedingungen Verantwortung für eine ganze Region tragen. Michael Donth und weitere Teilnehmer wurden für ihre Unterstützung gewürdigt. Dankesurkunden und ein symbolisches Geschenk standen für die Anerkennung einer Hilfe, die durch persönliche Beziehungen und wiederholte Transporte gewachsen war.

Michael Donth bei einer Würdigung durch ukrainische Partner
Persönliche Würdigung Michael Donths in Tarutino.
Delegation und Feuerwehr Tarutino mit Dankesurkunden
Delegation und Feuerwehr Tarutino mit Dankesurkunden.

Zwei Originalvideos der Reise

Die beiden überlieferten Videos ergänzen die fotografische Dokumentation und vermitteln bewegte Eindrücke von den Begegnungen und Stationen der Delegationsreise.

Videodokumentation der Delegationsreise, Teil 1.
Videodokumentation der Delegationsreise, Teil 2.

Was von der gemeinsamen Reise blieb

Für Michael Donth blieb die Reise 2023 seine gemeinsame Delegationstour mit ERMSTALHILFT. Sein Besuch, die direkten Gespräche und die Würdigung in Tarutino gehören deshalb als eigener Teil in die Vereinsgeschichte. Beate Müller-Gemmeke setzte ihre Begleitung auf weiteren Frühjahrs- und Herbsttouren fort – zunächst als Bundestagsabgeordnete und später auch ohne Mandat.

Die Oktoberreise 2023 verband konkrete Hilfe mit politischer Verantwortung: Die Abgeordneten sahen nicht nur die Zerstörung, sondern vor allem die Menschen und Strukturen, die mit Unterstützung aus dem Ermstal ihren Alltag, ihre Schulen, ihre medizinische Versorgung und ihre Gemeinden aufrechterhalten.

Lokale Presseberichterstattung zur Reise

  • SÜDWEST PRESSE: „Unterricht in Zeiten des Krieges“, 7. November 2023.
  • SÜDWEST PRESSE: „Die Realität des Krieges schockiert“, 11. November 2023.
  • Reutlinger General-Anzeiger: „Der Kampf geht weiter“, 13. November 2023.

Die drei Artikel wurden mit der vereinseigenen Bild- und Videodokumentation abgeglichen. Mehrfach vorhandene JPG-, PNG- und PDF-Fassungen desselben Artikels werden nicht mehrfach veröffentlicht.