Eine mobile Backstube wird zum dauerhaften Versorgungsprojekt
Anfang September 2025 erreichte die „Rollende Backstube Nr. 2“ die Partnerorganisation Stribog in Mykolajiw. ERMSTALHILFT brachte die mobile Anlage gemeinsam mit Space-Eye und Fachleuten aus dem Bäckerhandwerk auf den Weg. Der Standort in einer ehemaligen Nudelfabrik war zuvor mit den Partnern vor Ort geprüft worden.
Erfahrungen aus Nikopol
Bäckermeister Michael Winter und sein bayerischer Kollege Rainer Dietl hatten bereits an einer ersten mobilen Bäckerei in Nikopol gearbeitet. In drei Tagen entstanden dort 1.200 Brote, 700 Osterbrote und zusätzlich 700 Muffins für Kinder. Kirchliche Partner verteilten die Backwaren in Dörfer, in denen es kriegsbedingt keine Einkaufsmöglichkeiten mehr gab.
Diese Erfahrung floss in das zweite Projekt ein. Zwei ukrainische Bäcker, die früher in der Nudelfabrik gearbeitet hatten, sollten den Betrieb unterstützen. Zur Ausstattung gehören ein Zehn-Kilowatt-Generator, Knetmaschine, Ofen, Waagen und zahlreiche Kleingeräte. Dadurch kann die Backstube unabhängig vom regulären Stromnetz arbeiten.
Produktion trotz veränderter Sicherheitslage
Wenige Tage nach der Ankunft wurde bereits Brot gebacken. Später musste der Wagen wegen drohender Angriffe kurzfristig verlegt werden. Am neuen Standort nahm das Team die Produktion erneut auf; aus 75 Kilogramm Mehl konnten schon am folgenden Vormittag frische Brote entstehen.
Der ehemalige Mannschaftstransportwagen aus Römerstein ergänzte das Projekt zum Jahreswechsel. Er transportiert Mehl, Öl, Brot und Mitarbeitende und macht die Verteilung in Dörfer nahe der Front deutlich effizienter.
Quellen und Projektverlauf
- „Ein Zeichen gelebter Solidarität“ · 6. Oktober 2025 · Pressebeleg im Vereinsarchiv
- eigene Projektdokumentation · Ankunft, Inbetriebnahme und spätere Verlegung der Backstube
