Knapp 30 Explosionen – Feuerwehren im Ermstal reagieren sofort
Am 13. November 2025 erreichten Martin Salzer und Simon Nowotni alarmierende Nachrichten aus Arzys. Partner vor Ort berichteten von knapp 30 Explosionen und rund 15 Drohnenangriffen im Gebiet zwischen Sarata und Tarutino. Tote waren zunächst nicht gemeldet worden, doch die Schäden an ziviler Infrastruktur waren erheblich.
Getroffen wurden unter anderem ein Lager der staatlichen Eisenbahn, Energieanlagen, Verwaltungsgebäude, Reparaturwerkstätten und Wohnungen. Schulen schlossen und schickten die Kinder nach Hause. Für eine Stadt, die trotz des Krieges lange als vergleichsweise sicher gegolten hatte, war der Angriff eine neue Größenordnung.
Feuerwehren an der Belastungsgrenze
In Arzys brachen schwere Brände aus. Bei den Löscharbeiten wurde Ausrüstung beschädigt, darunter etwa 15 Feuerwehrschläuche. Ohne Ersatz drohte die Einsatzfähigkeit der örtlichen Wehren eingeschränkt zu werden.
Salzer und Nowotni wandten sich umgehend an die Rathäuser und Feuerwehren in Metzingen, Dettingen und Bad Urach. Noch am frühen Morgen meldeten die Kommandanten Unterstützung: ältere, aber geprüfte und funktionsfähige Schläuche wurden zusammengetragen.
Abfahrt am folgenden Tag
Bereits am 15. November startete der nächste Transport in Richtung Arzys. Neben den Schläuchen waren ausgediente Reha-Betten aus der Albklinik Münsingen und der Berufsgenossenschaftlichen Klinik Tübingen geladen. Auch Generatoren wurden dringend benötigt, standen für diesen Konvoi jedoch noch nicht in ausreichender Zahl zur Verfügung.
Der Ablauf zeigt die Stärke des regionalen Netzwerks: Eine Nachricht aus der Partnerstadt führte innerhalb weniger Stunden zu einer abgestimmten Hilfsaktion von Verein, Kommunen, Kliniken und Feuerwehren.
Quelle
SÜDWEST PRESSE: „Russische Drohnen und Explosionen – So schlimm wie nie“ · 14./15. November 2025
