„Kherson: Human Safari“ – eine Filmreihe, die das Ermstal bewegt

Dezember 2025 bis Januar 2026 · Metzingen und Bad Urach

Begegnungen / Film / Zeitzeugnis

Cherson nicht aus dem Blick verlieren

Informationsmaterial zur Filmreihe Kherson Human Safari von ERMSTALHILFT

Die Filmreihe wurde von ERMSTALHILFT mit eigenem Informationsmaterial begleitet.

„Kherson: Human Safari“ ist mehr als ein Dokumentarfilm. Zarina Zabriskys Werk bringt die Wirklichkeit einer ukrainischen Stadt auf die Leinwand, deren Zivilbevölkerung täglich unter russischem Beschuss und gezielten Drohnenangriffen lebt. Mit mehreren Vorführungen in Metzingen und Bad Urach schuf ERMSTALHILFT gemeinsam mit den beteiligten Kinos Räume für Information, Anteilnahme und das persönliche Gespräch.

Den Auftakt bildete die Vorführung am 3. Dezember 2025 im Luna Filmtheater in Metzingen. Weitere Termine über den Jahreswechsel machten aus dem einzelnen Kinoabend eine regionale Veranstaltungsreihe. Nach den Filmen berichteten Mitglieder von ERMSTALHILFT über ihre Reisen, ihre Begegnungen in der Ukraine und die konkrete Arbeit des Vereins. Das Publikum konnte nachfragen, diskutieren und Erlebnisse einordnen, die im Nachrichtenalltag leicht abstrakt bleiben.

3. Dezember 2025 · 19 Uhr
Luna Filmtheater Metzingen – Auftaktveranstaltung von ERMSTALHILFT in Kooperation mit dem Forum 22; anschließend Einblicke in die Vereinsarbeit 2025.
29. Dezember 2025 · 20.15 Uhr
Luna Filmtheater Metzingen – Filmvorführung mit anschließendem Austausch mit Beate Müller-Gemmeke und Mitgliedern von ERMSTALHILFT.
2. Januar 2026 · 20.15 Uhr
Forum 22 Bad Urach – Filmvorführung und Gespräch mit Beate Müller-Gemmeke und ERMSTALHILFT. Der Eintritt zu den zusätzlichen Vorführungen war frei.

Der Film: Alltag unter den Drohnen

Der 72-minütige Dokumentarfilm erzählt von Cherson während Invasion, Besatzung, Überflutung und der späteren systematischen Bedrohung durch Drohnen. Er arbeitet mit Originalaufnahmen und Interviews. Menschen aus der Stadt berichten von Angst, Verlust und Vertreibung, aber auch von Widerstandskraft, gegenseitiger Hilfe und dem beharrlichen Versuch, ein Stück Alltag zu bewahren.

Der Titel „Human Safari“ bezeichnet die zynische Jagd auf Zivilpersonen mit bewaffneten Drohnen. Der Film zeigt diese Gewalt, ohne die Menschen auf Opferrollen zu reduzieren. Sichtbar werden ihre Würde, ihre Stimmen und ihr Zusammenhalt. Gerade diese Verbindung von ungeschützter Wirklichkeit und großer Menschlichkeit macht den Film so eindringlich.

Filmplakat Kherson Human Safari von Zarina Zabrisky

Zarina Zabrisky – berichten, wo der Krieg Alltag ist

Zarina Zabrisky ist eine US-amerikanische Schriftstellerin, Journalistin, Kriegsreporterin und Filmemacherin. Sie veröffentlichte mehrere Bücher und berichtet unter anderem für Byline Times und Euromaidan Press. Im November 2022 gehörte sie zu den ersten Journalistinnen und Journalisten, die nach der Befreiung Chersons in die Stadt kamen. Seit September 2023 lebt und arbeitet sie dort.

Für „Kherson: Human Safari“ blieb Zabrisky nicht auf Distanz. Gemeinsam mit dem Chersoner Fotojournalisten und Kameramann Oleksandr Andriushchenko dokumentierte sie das Leben unter den Angriffen. Ihr Blick ist klar und ungeschönt, zugleich von Respekt gegenüber den Menschen geprägt, deren Geschichten sie erzählt.

Eine persönliche Verbindung über die Ukraine-Reisen

Für ERMSTALHILFT und Beate Müller-Gemmeke ist Zarina Zabrisky keine nur aus dem Film bekannte Regisseurin. Auf den Delegationsreisen in die Ukraine kam es regelmäßig zu persönlichen Treffen und Gesprächen. Aus diesen Begegnungen entstand eine Verbindung zu Cherson und zu den Menschen, über die Zabrisky berichtet.

Beate Müller-Gemmeke begleitete die Informationsveranstaltungen in Metzingen und Bad Urach. Sie beschrieb den Film als ein bewegendes Zeugnis und als Appell, nicht wegzusehen. In den anschließenden Gesprächen brachten sie und die Mitglieder von ERMSTALHILFT eigene Eindrücke aus der Ukraine ein. So verbanden die Abende die filmische Dokumentation mit Erfahrungen aus langjährigen Partnerschaften und Hilfseinsätzen.

Von Cherson bis in den Deutschen Bundestag

Zarina Zabrisky stellte ihre Recherchen über die gezielten russischen Drohnenangriffe auf die Zivilbevölkerung Chersons im Jahr 2025 auch im Deutschen Bundestag vor. Nach den Unterlagen und Erinnerungen von ERMSTALHILFT wurde diese Begegnung von Beate Müller-Gemmeke vermittelt und begleitet. Damit erhielten die Erfahrungen der Menschen aus Cherson unmittelbar im parlamentarischen Raum Gehör.

Das von Beate Müller-Gemmeke veröffentlichte Bild zeigt Zarina Zabrisky bei einer Gesprächsrunde, in der sie über den russischen Angriffskrieg und ihren journalistischen Alltag in Cherson berichtete. Die Station in Berlin unterstreicht, weshalb die persönlichen Treffen während der ERMSTALHILFT-Reisen so wichtig waren: Aus Berichten vor Ort wurden Informationen, die in politische Gespräche und später auch in die öffentliche Filmreihe im Ermstal einflossen.

Begegnungen, Öffentlichkeit und Resonanz

Die Bilder und Presseberichte machen sichtbar, wie eng die Filmvorführungen mit der langjährigen Arbeit von ERMSTALHILFT verbunden waren. Zarina Zabrisky hatte die Delegation zuvor in der Ukraine getroffen und auch über Hilfslieferungen des Vereins berichtet. Beate Müller-Gemmeke würdigte sie öffentlich als mutige Journalistin. In Metzingen wurde die Vorführung gut angenommen; wegen der großen Nachfrage folgten die beiden weiteren kostenlosen Termine.

Diese Filmreihe war deshalb zugleich Kulturveranstaltung, politische Information und persönliche Begegnung. Sie machte verständlich, weshalb die Unterstützung für die Ukraine auch nach Jahren des Krieges nicht nachlassen darf.

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