Lena fand Peter – doch wo ist Zuhause?

März 2026 · Bad Urach / Tschernihiw · Zeitzeugnis

Zeitzeugnis / Flucht und Ankommen

Vier Jahre zwischen Schutz, Heimweh und einem Leben im Schwebezustand

Als Lena Lavrinenko im März 2022 mit ihren Söhnen Potap und Makar am Reutlinger Bahnhof ankam, wartete dort Peter Schur. Die Familie war aus dem schwer angegriffenen Tschernihiw geflohen; Lenas ältester Sohn Nazar musste in der Ukraine bleiben. Aus einer zunächst als vorübergehend gedachten Aufnahme wurde ein gemeinsames Leben über Jahre.

Die Reportage der ZEIT beschreibt nicht nur gelungene Hilfe, sondern auch ihre Widersprüche. Lena lernte eine neue Umgebung kennen und baute sich mit Unterstützung einen kleinen Arbeitsbereich auf. Peter half bei Schule, Alltag und Behörden. Gleichzeitig blieben Kriegserfahrungen, Sorge um Angehörige und die Frage nach einer möglichen Rückkehr ständig präsent.

Ankommen ist mehr als eine Unterkunft

Die Familie zog später gemeinsam in ein kleineres Haus in Bad Urach. Doch Sicherheit bedeutete noch kein eindeutiges Zuhause. Die Söhne entwickelten unterschiedliche Vorstellungen von ihrer Zukunft, während Lena zwischen dem Wunsch nach Rückkehr und der Verantwortung für ihre Kinder stand.

Ende 2025 reisten Peter und Lena nach Tschernihiw. Neben familiären Begegnungen verteilten sie Generatoren und Medikamente. Der Besuch verband die persönliche Fluchtgeschichte mit jener praktischen Hilfe, die Peter Schur inzwischen auch für ERMSTALHILFT leistet.

Der Beitrag gehört deshalb in die Chronik: Er zeigt, was hinter den Begriffen Flucht, Integration und humanitäre Hilfe steht. Unterstützung kann Schutz und neue Möglichkeiten schaffen – sie nimmt den Menschen aber nicht automatisch Verlust, Heimweh und Unsicherheit.

Originalquelle

DIE ZEIT: „Lena fand Peter, aber kein Zuhause“ · Ausgabe 13/2026 · Marina Klimchuk.

Der vollständige Pressebeleg befindet sich zusätzlich im Vereinsarchiv.

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