Vom 7. bis 9. Oktober 2026 fand in Berlin die achte Deutsch-Ukrainische Kommunale Partnerschaftskonferenz statt. Hunderte Vertreter deutscher und ukrainischer Kommunen, Hilfsorganisationen und politischer Institutionen kamen zusammen, um bestehende Partnerschaften zu stärken, Erfahrungen auszutauschen und neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu entwickeln.
Auch ERMSTALHILFT war auf Einladung der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) vertreten. Der Verein beteiligte sich mit einem eigenen Informationsstand am „Markt der Möglichkeiten“ und brachte seine praktischen Erfahrungen in das Fachforum zum kommunalen Bevölkerungsschutz ein.

Was können wir von der Ukraine lernen?
Ein besonderer Schwerpunkt des zweiten Konferenztages war der Bevölkerungsschutz. Die SKEW hatte ERMSTALHILFT gezielt eingeladen, Erfahrungen aus der Zusammenarbeit mit ukrainischen Kommunen und Feuerwehren einzubringen.
Für den Verein nahmen Simon Nowotni und Martin Salzer am Fachforum teil. Beide sind seit vielen Jahren aktive Feuerwehrmänner und verfügen zugleich über langjährige Erfahrung in der Kommunalpolitik. Durch ihre engen Kontakte zu ukrainischen Partnern kennen sie außerdem die Herausforderungen, vor denen dortige Gemeinden und Einsatzkräfte stehen.
Im Mittelpunkt stand eine Frage, die auch für Deutschland zunehmend wichtig wird:
Wie bleiben unsere Städte und Gemeinden handlungsfähig, wenn Strom, Wasser oder Kommunikation über mehrere Tage ausfallen?
Wie organisiert eine Feuerwehr ihre Einsätze ohne funktionierende Wasserversorgung? Wie erreicht eine Kommune ihre Bevölkerung, wenn Mobilfunknetze zusammenbrechen? Wie werden ältere und hilfsbedürftige Menschen versorgt?
Ukrainische Kommunen müssen sich seit Jahren unter außergewöhnlichen Bedingungen mit solchen Fragen auseinandersetzen.
Ihre Erfahrungen können auch für deutsche Kommunen wertvoll sein. Denn großflächige Stromausfälle, Hochwasser oder andere Krisensituationen können ebenso hierzulande die öffentliche Infrastruktur erheblich beeinträchtigen.
Die Ukraine ist nicht nur Empfängerin unserer Hilfe. Wir können auch sehr viel von unseren ukrainischen Partnern lernen.

Persönliche Begegnungen auf dem Markt der Möglichkeiten
Neben dem Fachforum war ERMSTALHILFT mit einem eigenen Informationsstand vertreten.
Unter dem Motto „Vom Helfen zum gemeinsamen Handeln“ zeigte eine deutsch-ukrainische Bildpräsentation die Entwicklung der Zusammenarbeit: von den ersten Feuerwehrkontakten nach Tarutino im Jahr 2014 über den fachlichen Austausch 2016 bis zur umfangreichen humanitären Unterstützung seit 2022.
Im Mittelpunkt standen jedoch die persönlichen Gespräche.
Zahlreiche Vertreter deutscher und ukrainischer Kommunen sowie weiterer Organisationen besuchten den Stand. Bestehende Kontakte konnten vertieft und neue Verbindungen geknüpft werden. Mehrere Gesprächspartner äußerten den Wunsch, die Zusammenarbeit über die Konferenz hinaus fortzusetzen.
Kommunale Partnerschaften verbinden Menschen
Besonders erfreulich waren die Begegnungen mit unseren langjährigen Partnern aus Arzis und Sarata sowie weiteren Vertretern aus dem historischen Bessarabien.

Im Rahmen des Konferenzprogramms fand außerdem ein gemeinsamer Besuch im Deutschen Bundestag auf Einladung des Bundestagsabgeordneten Michael Donth statt.

Die Konferenz selbst wurde unter anderem von Bundesaußenminister Johann Wadephul und Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan begleitet. Auch der ukrainische Botschafter Oleksii Makeiev war vertreten.
Die Veranstaltung verdeutlichte, welche Bedeutung kommunale Partnerschaften inzwischen für die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und der Ukraine haben.
Aus persönlichen Kontakten entsteht konkrete Hilfe
Die Verbindungen von ERMSTALHILFT in die Ukraine reichen weit vor den Beginn des russischen Großangriffs zurück.
Viele Kontakte entstanden durch die über Jahrzehnte gewachsenen kulturellen und persönlichen Beziehungen im Umfeld des Bessarabiendeutschen Vereins.
Als 2022 Hilferufe aus diesen Gemeinden eintrafen, konnte auf bereits bestehende Freundschaften und gegenseitiges Vertrauen aufgebaut werden.
Seither unterstützt ERMSTALHILFT gemeinsam mit zahlreichen Spendern und Partnern humanitäre Projekte, medizinische Einrichtungen, Kinder- und Jugendangebote sowie Feuerwehren und freiwillige Hilfsorganisationen vor allem im historischen Bessarabien und den Regionen Odessa und Mykolajiw.
Unser Blick nach vorn
Die Berliner Konferenz hat uns erneut gezeigt, wie viel persönliche Kontakte und verlässliche Partnerschaften bewirken können.
ERMSTALHILFT möchte deshalb auch künftig Kommunen, Feuerwehren und engagierte Menschen zusammenbringen, praktische Erfahrungen vermitteln und neue Solidaritätspartnerschaften unterstützen.
Interessierte Städte und Gemeinden dürfen sich gerne an uns wenden.
Denn echte Partnerschaft bedeutet nicht nur zu helfen, sondern auch voneinander zu lernen und gemeinsam Verantwortung zu übernehmen.
Weitere Informationen zu unserem Berliner Auftritt:
https://ermstalhilft.de/berlin2026/
Kontakt: info@ermstalhilft.de
