Ankommen im Ermstal – unsere drei Engel

2022 · Ermstal

Integration

Ankommen im Ermstal – unsere drei Engel

Ankommen im Ermstal

Als im März 2022 die ersten Hilfstransporte von ERMSTALHILFT in Richtung Ukraine fuhren, kamen auf den Rückfahrten bereits Geflüchtete mit ins Ermstal. Gleichzeitig suchten immer mehr ukrainische Familien hier Schutz. Ausreichende öffentliche Unterbringungsstrukturen gab es in dieser frühen Phase noch nicht. Deshalb bat das Netzwerk die Bevölkerung um freie Zimmer und Wohnungen – mit großer Resonanz.

Drei Frauen, die selbst fliehen mussten

Eine Schlüsselrolle übernahmen Ludmilla Lutsanova, Elena Menshikova und Victoria Mitieva. Alle drei waren dem Netzwerk im Ermstal bereits seit 2016 über Schüler- und Studentenaustauschprojekte mit der Georg-Goldstein-Schule Bad Urach und dem Bessarabiendeutschen Verein verbunden.

Ludmilla Lutsanova und Victoria Mitieva aus Ismajil verließen ihre Heimat gemeinsam mit ihren Kindern. Elena Menshikova aus Odessa machte sich mit ihrer kleinen Tochter auf den Weg nach Deutschland. Obwohl sie nun selbst als Geflüchtete im Ermstal ankamen, begannen die drei sehr schnell, anderen Menschen aus der Ukraine zu helfen.

Unsere drei Engel

Freier Wohnraum allein genügte nicht. Familiengröße, Kinder, persönliche Situation und die Möglichkeiten der jeweiligen Gastgeber mussten zusammenpassen. Mit großem Fingerspitzengefühl koordinierten Ludmilla, Elena und Victoria gemeinsam mit ERMSTALHILFT die Ankommenden und privaten Wohnungsgeber.

Sie begleiteten Menschen zu ihren Unterkünften, organisierten Erstausstattung aus dem Lager und halfen bei Besorgungen und den ersten organisatorischen Schritten. Ohne sie wäre die Aufnahme vieler Geflüchteter in dieser Form kaum möglich gewesen. Sie waren weit mehr als Dolmetscherinnen: Koordinatorinnen, Vermittlerinnen, Begleiterinnen und Vertrauenspersonen.

Aus Unterbringung wurde Integration

Später kamen Behördengänge, die Vermittlung in Deutschkurse sowie Trauma-, Kunst- und weitere Integrationsangebote hinzu. Ebenso wichtig war die Vernetzung der Ukrainerinnen und Ukrainer untereinander. Erst nach und nach konnten zusätzliche kommunale Unterbringungsmöglichkeiten aufgebaut werden.

Simon Nowotni und Martin Salzer nennen Ludmilla Lutsanova, Elena Menshikova und Victoria Mitieva deshalb bis heute liebevoll die „drei Engel von ERMSTALHILFT“ – als Ausdruck großer Dankbarkeit für ihren außergewöhnlichen persönlichen Einsatz.

Pressequelle und Weiterführung

Zur Bilanz nach 100 Tagen →
Zur späteren Ausstellung „Vom Gehen und Ankommen“ →

Zeitraum: 2022
Ort: Ermstal
Kategorie: Integration

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