Geflüchtete berichten von Flucht und Hilfe
Beim Multi-Kulti-Friedensfest des Bessarabiendeutschen Vereins am 27. März 2022 traf kulturelle Begegnung unmittelbar auf die Folgen des gerade begonnenen Krieges. Eine große ukrainische Flagge mit Friedenstaube prägte den Saal im Stuttgarter Heimathaus.
Simon Nowotni berichtete als Leiter der Bessarabienhilfe und Initiator von ERMSTALHILFT über die humanitären Transporte in die bessarabischen Heimatgemeinden. Auf den Rückfahrten wurden zugleich Menschen aus der Ukraine ins Ermstal begleitet.
Mit Elena Menshikova, Liudmyla Luzanova und Svetlana Iskanderova kamen drei Frauen zu Wort, die über frühere Austauschprojekte bereits mit dem Netzwerk verbunden waren. Nun waren sie selbst vor dem Krieg geflohen und berichteten dem Publikum von ihren Erfahrungen.
Ihre Botschaft war von großer Handlungsbereitschaft geprägt: In Deutschland könnten sie für ihr Land mehr bewirken, als unter Beschuss im Keller auszuharren. Diese Haltung wurde zu einem wichtigen Teil der späteren Integrationsarbeit im Ermstal.
Das Friedensfest ist deshalb mehr als eine Begleitveranstaltung. Es dokumentiert, wie aus früherer Völkerverständigung in einer akuten Krise belastbare persönliche Hilfe entstand – und wie Geflüchtete von Beginn an nicht nur Empfängerinnen, sondern aktive Mitgestalterinnen waren.
Originalquellen
- Bessarabiendeutscher Verein: Multi-Kulti-Friedensfest
- Mitteilungsblatt, Juli 2022: Bericht und Bilddokumentation
Zur Geschichte der drei ukrainischen Brückenbauerinnen →
Der Beitrag ist eine redaktionelle Zusammenfassung; fremde Bilder werden nicht übernommen.
Zeitraum: 27. März 2022
Ort: Stuttgart
Kategorie: Begegnung · Bessarabien · Flüchtlingshilfe