ERMSTALHILFT zu Gast in Berlin

Politische Informationsfahrt auf Einladung von Beate Müller-Gemmeke · November 2024

Berlin / Deutscher Bundestag / Politische Bildung

Vom praktischen Helfen ins politische Zentrum Deutschlands

Beate Müller-Gemmeke mit Mitgliedern von ERMSTALHILFT vor dem Plenarsaal des Deutschen Bundestages
Beate Müller-Gemmeke mit Mitgliedern von ERMSTALHILFT vor dem Plenarsaal des Deutschen Bundestages.

Im November 2024 führte eine politische Informationsfahrt Mitglieder von ERMSTALHILFT aus dem Landkreis Reutlingen nach Berlin. Eingeladen hatte die damalige Bundestagsabgeordnete Beate Müller-Gemmeke. Für die Ehrenamtlichen war die Reise zugleich politische Bildung, persönliche Anerkennung und die Gelegenheit, Erfahrungen aus der humanitären Arbeit unmittelbar in die Hauptstadt mitzunehmen.

Eine Einladung als Zeichen der Wertschätzung

Hinter ERMSTALHILFT stehen Menschen, die Hilfsgüter sammeln und sortieren, Transporte vorbereiten, selbst in die Ukraine fahren, Geflüchtete im Ermstal begleiten und über Jahre Beziehungen zu ukrainischen Partnern pflegen. Die Einladung nach Berlin richtete den Blick für einige Tage auf genau dieses Engagement. Sie machte deutlich, dass ehrenamtliche Hilfe nicht am Rand der Politik stattfindet, sondern gesellschaftliche Verantwortung ganz konkret trägt.

Beate Müller-Gemmeke kannte die Arbeit nicht nur aus Berichten. Seit der gemeinsamen Ukraine-Reise im Oktober 2023 hatte sie Hilfsprojekte, zerstörte Infrastruktur und zahlreiche Partner von ERMSTALHILFT selbst erlebt. In Berlin begegneten sich deshalb keine Unbekannten: Die Reise setzte einen Austausch fort, der zuvor unter schwierigen Bedingungen in der Ukraine begonnen hatte.

Der Bundestag: Demokratie aus nächster Nähe

Ein zentraler Programmpunkt war der Besuch des Deutschen Bundestages. Die Gruppe erhielt Einblicke in den parlamentarischen Alltag und erlebte den Plenarsaal als den Ort, an dem politische Konflikte öffentlich ausgetragen und Entscheidungen getroffen werden. Gerade für Menschen, die sich täglich mit den Folgen des russischen Angriffskrieges beschäftigen, bekam die Debatte über Frieden, Freiheit, soziale Verantwortung und Unterstützung der Ukraine eine sehr persönliche Dimension.

Reisegruppe von ERMSTALHILFT in der Reichstagskuppel
Die Reisegruppe in der Reichstagskuppel – Architektur, Geschichte und Gegenwart an einem Ort.
Teilnehmende der Informationsfahrt in der Kuppel des Reichstagsgebäudes
Gemeinsam unterwegs im Reichstagsgebäude.

Mehr als ein Besuch im Parlament

Das Programm des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung verband den Bundestag mit weiteren Stationen des politischen und historischen Berlins. Dazu gehörten ein geführter Stadtrundgang, ein Informationsgespräch in der Landesvertretung Baden-Württemberg, der Besuch des Museums für Kommunikation sowie ein Gespräch im Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

Im Dokumentationszentrum Topographie des Terrors setzte sich die Gruppe mit nationalsozialistischer Verfolgung und den Folgen einer zerstörten Demokratie auseinander. Diese Station gab der Reise eine weitere Ebene: Wer heute Menschen unterstützt, deren Heimat von Krieg und Besatzung bedroht ist, begegnet deutscher Geschichte nicht als abgeschlossenem Kapitel. Demokratie, Menschenwürde und Rechtsstaatlichkeit müssen immer wieder verteidigt und mit Leben gefüllt werden.

Erfahrungen aus dem Ermstal im politischen Gespräch

Die Teilnehmenden brachten sehr unterschiedliche Erfahrungen mit: aus der Transportlogistik, von Delegationsreisen, aus Kontakten zu Kommunen, Schulen, Kliniken und Feuerwehren sowie aus der Begleitung ukrainischer Geflüchteter im Landkreis Reutlingen. In den Gesprächen wurde sichtbar, wie viel Wissen in der praktischen Arbeit entsteht – über konkrete Bedarfe, funktionierende Partnerschaften und die Herausforderungen langfristiger Hilfe.

Umgekehrt half die Reise, politische Zuständigkeiten und Entscheidungswege besser zu verstehen. Zwischen Plenarsaal, Ministerium, Landesvertretung und historischen Lernorten entstand ein Gesamtbild davon, wie Bundespolitik, Länder, Kommunen und Zivilgesellschaft zusammenwirken können.

Ein Höhepunkt, der den Zusammenhalt stärkte

Neben den offiziellen Terminen blieb Zeit für Gespräche innerhalb der Gruppe. Wer sonst gemeinsam Kisten trägt, Fahrzeuge belädt oder stundenlang auf den Straßen Richtung Ukraine unterwegs ist, erlebte sich in Berlin in einem ganz anderen Umfeld. Das stärkte den Zusammenhalt und gab Gelegenheit, gemeinsam auf das bereits Geleistete zurückzuschauen.

Die Berlinreise war mehr als ein Ausflug: Sie verband Anerkennung für das Ehrenamt mit politischer Bildung und brachte die Erfahrungen von ERMSTALHILFT dorthin, wo über gesellschaftliche Verantwortung und die Unterstützung der Ukraine entschieden wird.

Beates weitere Begleitung von ERMSTALHILFT

Quellen und Dokumentation

Das vollständige Reiseprogramm wird wegen enthaltener personenbezogener Kontakt- und Hoteldaten nicht veröffentlicht.